In einem für die Fußballwelt ungewöhnlichen Schritt hat Real Madrid am Samstagabend ein offizielles Statement veröffentlicht, mit dem der spanische Rekordmeister jegliche Annäherungsversuche an Michael Olise vom FC Bayern München kategorisch zurückweist. Damit reagierten die Königlichen auf eine Welle von Medienberichten, die den 24-jährigen Franzosen als neues Transferziel des Champions-League-Dauersiegers gehandelt hatten.
Das Statement: Kein Kontakt – in keiner Form
„Angesichts von Berichten in verschiedenen Medien über ein angebliches Interesse unseres Vereins an dem Spieler des FC Bayern München, Michael Olise, möchte Real Madrid klarstellen, dass keinerlei Kontakt – weder direkt noch indirekt – zu dem besagten Spieler, seinen Vertretern oder seinem Umfeld bestanden hat“, heißt es in der Erklärung der Madrilenen. Der Klub betonte zugleich, dass er die Verbreitung solcher Spekulationen, die „nicht der Realität entsprechen“, ausdrücklich bedauere.
Besonders auffällig: Real Madrid nutzte das Statement nicht nur zur Richtigstellung, sondern auch, um die Partnerschaft mit dem deutschen Rekordmeister öffentlich zu würdigen. „Real Madrid möchte zudem die ausgezeichneten institutionellen Beziehungen hervorheben, die der Verein zum FC Bayern München pflegt und mit dem er eine lange Geschichte gegenseitigen Respekts, der Zusammenarbeit und der Wertschätzung teilt“, erklärte der Verein. Darüber hinaus bekräftigten die Spanier ein gemeinsames Prinzip: Ein mögliches Interesse am Spieler des jeweils anderen Klubs solle stets zunächst auf institutioneller Ebene, also zwischen den Vereinen direkt, besprochen werden.
Der Hintergrund: Marca, Álvarez-Bluff und 200 Millionen Euro
Ausgelöst worden war die Gerüchteflut durch einen Bericht der einflussreichen spanischen Sportzeitung Marca. Demnach sei das kolportierte 150-Millionen-Euro-Angebot Reals für Atlético-Madrid-Stürmer Julián Álvarez lediglich ein Ablenkungsmanöver gewesen. Das eigentliche Transferziel sei in Wahrheit Olise – ein Spieler, der gleich mehrere strategische Kriterien der Madrilenen erfülle. Die Zeitung spekulierte sogar, Real könnte ein Angebot von über 200 Millionen Euro auf den Tisch legen, um einen Transfer des Bayern-Stars realistisch werden zu lassen.
Michael Olise wechselte im Sommer 2024 vom englischen Erstligisten Crystal Palace zum FC Bayern München. Mit seinen technischen Fähigkeiten, seiner Schnelligkeit und seiner Torgefährlichkeit entwickelte er sich in seiner Debütsaison zu einem der besten Offensivspieler der Bundesliga – und führte gleichzeitig die interne Statistik der Liga als bester Vorlagengeber an. Derzeit befindet er sich mit der französischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 und steht damit weltweit im Rampenlicht.
Bayern bleibt hart: Olise ist nicht zu kaufen
Während Real Madrid das Gerücht offiziell einfriert, hatte der FC Bayern bereits zuvor unmissverständlich Position bezogen. Bayern-Präsident Herbert Hainer sagte am Rande eines Fanklubbesuchs: „Michael Olise ist ein Spieler des FC Bayern München, der noch einen langen Vertrag hat – und wir sind kein Verkäuferverein. Sollte uns Florentino Pérez ein Angebot schicken wollen – was bisher ja nicht der Fall ist – kann er sich das sparen.“
Auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte sich bereits im März unmissverständlich geäußert: Selbst eine Offerte von 200 Millionen Euro würde den Verein nicht zum Verkauf bewegen. Aufsichtsratsmitglied Karl-Heinz Rummenigge schlug im April in die gleiche Kerbe und machte deutlich, dass Olise für Bayern schlicht nicht verhandelbar sei.
Ein ungewöhnlicher Schritt im Transferpoker
Dass ein Verein von der Strahlkraft Real Madrids öffentlich und schriftlich auf ein Transfergerücht reagiert, ist in der modernen Fußballwelt eine Seltenheit. Normalerweise hüllen sich Topklubs in Schweigen oder lassen Gerüchte ins Leere laufen. Die Tatsache, dass die Madrilenen in diesem Fall sogar die besondere Qualität der Beziehung zu Bayern München hervorheben, verleiht der Angelegenheit eine diplomatische Dimension, die weit über das übliche Transferkarussell hinausgeht. Ob dies das letzte Wort in dieser Transfergeschichte ist, bleibt abzuwarten – zumal die WM 2026 Olises Marktwert täglich weiter steigen lässt.
Quelle: Transfermarkt
