Zweites Angebot, zweite Absage
Der Transferpoker um Curtis Jones geht in die nächste Runde – und Liverpool behält vorerst die Oberhand. Wie der renommierte Fußball-Journalist-Dienst The Athletic berichtet, hat der FC Liverpool ein zweites offizielles Angebot von Inter Mailand für den 25-jährigen englischen Mittelfeldspieler abgelehnt. Die Nerazzurri legten zuletzt 25 Millionen Euro auf den Tisch – doch die Reds beharren auf einer Ablösesumme von 40 Millionen Euro. Die Differenz zwischen den Vorstellungen beider Klubs beträgt damit satte 15 Millionen Euro.
Bereits das erste Angebot der Mailänder hatte Liverpool brüsk zurückgewiesen. Damals hatte Inter eine Leihe mit Kaufoption vorgeschlagen – ein Modell, das für den englischen Vizemeister zu diesem Zeitpunkt schlichtweg nicht infrage kommt. Angesichts der Vertragssituation von Jones ist die Ausgangslage für Liverpool dabei besonders heikel.
Letzte Chance auf eine nennenswerte Ablöse
Der gebürtige Liverpooler geht in der kommenden Saison in sein letztes Vertragsjahr. Damit läuft sein Kontrakt an der Anfield Road im Sommer 2027 aus. Für den Klub bedeutet das: Wer jetzt keinen Käufer findet, der Liverpool-Forderungen erfüllt, riskiert, Jones in einem Jahr ablösefrei zu verlieren. Genau das schließt der Bericht allerdings nicht aus – Liverpool soll intern bereit sein, Jones lieber 2027 ohne Einnahmen ziehen zu lassen, als ihn weit unter Wert abzugeben.
Sein aktueller Marktwert wird auf 35 Millionen Euro taxiert, womit die Forderung der Reds von 40 Millionen Euro zwar über dem Schätzwert liegt, aber nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung bislang ins Stocken geraten sind. Laut Bericht ist Liverpool jedoch bereit, Jones ein erneuertes Angebot zu unterbreiten – ein Signal, dass der Klub den Spieler nicht zwingend verkaufen will.
Jones bei Liverpool: Viel Spielzeit trotz harter Konkurrenz
Seit seinem Durchbruch in den Profikader im Jahr 2020 hat Jones 228 Pflichtspiele für Liverpool absolviert – eine beeindruckende Bilanz für einen Spieler, der sich regelmäßig gegen hochkarätige Konkurrenz durchsetzen muss. In der abgelaufenen Saison stand er in 49 Partien auf dem Platz, davon 28 Mal in der Startelf, und steuerte drei Tore sowie drei Vorlagen bei.
Mit dem Sommer-Transfer von Florian Wirtz hat sich die Konkurrenzsituation im zentralen Mittelfeld der Reds allerdings noch einmal deutlich verschärft. Neben dem deutschen Nationalspieler gehören auch Ryan Gravenberch, Alexis Mac Allister und Dominik Szoboszlai zum festen Kader von Trainer Arne Slot. Für regelmäßige Einsatzzeiten in einer Startelf-Rolle dürfte es für Jones in der kommenden Spielzeit äußerst schwierig werden.
Auch bei Inter keine einfache Ausgangslage
Doch auch beim potenziellen Abnehmer Inter Mailand würde Jones auf ein gut besetztes Mittelfeld treffen. Der amtierende italienische Meister verfügt mit Nicolò Barella, Henrikh Mkhitaryan, Piotr Zielinski, Petar Sučić und Andy Diouf über eine breite Auswahl im Zentrum. Zudem haben die Nerazzurri mit Aleksandar Stanković bereits einen neuen Sechser verpflichtet, der für 23 Millionen Euro von Club Brügge wechselte.
Trotzdem bleibt Inter offenbar an Jones interessiert – der Engländer würde bei einem Wechsel nach Mailand historisch betrachtet erst der vierte Engländer in der Vereinsgeschichte Inters werden. Ob die Nerazzurri ihre Offerte noch einmal aufstocken werden, bleibt abzuwarten. Der Ball liegt nun im Feld der Mailänder – oder der Verhandlungen endet, bevor er je zur Einigung rollt.
Fazit: Stillstand mit Ablaufdatum
Der Transfer von Curtis Jones bleibt in der Schwebe. Liverpool zeigt sich als harter Verhandlungspartner und besteht auf seinen Konditionen, während Inter bislang nicht bereit scheint, die geforderte Summe zu zahlen. Da Jones‘ Vertrag in einem Jahr ausläuft, steigt der Druck auf beide Seiten mit jedem weiteren Transfertag. Für Liverpool geht es darum, den wirtschaftlichen Schaden durch einen ablösefreien Abgang abzuwenden – für Inter darum, einen qualitativ hochwertigen Mittelfeldspieler zu einem vertretbaren Preis zu verpflichten. Einigt man sich nicht, sind es am Ende beide Seiten, die verlieren könnten.
Quelle: Transfermarkt
