Es war gleich beim Turnierauftakt zu sehen, wozu die französische Nationalmannschaft bei dieser Weltmeisterschaft in der Lage ist: Kylian Mbappé und Michael Olise sorgten beim Auftaktsieg der Équipe Tricolore für die spielentscheidenden Momente und unterstrichen damit, warum Frankreich zu den heißesten Titelanwärtern des Turniers zählt. Die Frage, die sich Trainer und Taktiker auf der ganzen Welt bereits stellen, lautet: Wie soll man dieses Duo überhaupt aufhalten?
Ein Duo, das Abwehrreihen in Angst und Schrecken versetzt
Die Kombination aus Mbappés explosiver Schnelligkeit und Torgefahr auf der einen sowie Olises kreativem Spielwitz und unberechenbaren Dribblings auf der anderen Seite stellt schlichtweg jede Defensive vor nahezu unlösbare Aufgaben. Kommt man auf einen der beiden zu, öffnet man automatisch Räume für den anderen. Verteidigt man tief und kompakt, haben beide Spieler genug individuelle Qualität, um auch enge Abwehrriegel zu knacken.
Mbappé, der seit seinem Wechsel zu Real Madrid noch mehr an Reife gewonnen hat, ist längst nicht mehr nur ein Tempo-Stürmer. Der Kapitän der Bleus liest das Spiel mit einer Präzision, die ihn weit über das Profil eines reinen Torjägers hinaushebt. 2018 holte er mit Frankreich den WM-Titel, 2022 brillierte er im Finale gegen Argentinien mit einem Hattrick – doch trotz dieser Einzelleistung reichte es damals nicht zum Triumph. Nun, bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko, soll der Titel endlich zurück nach Frankreich.
Olise: Bayerns Juwel auf der Weltbühne
Während Mbappé international seit Jahren bekannt ist, hat Michael Olise erst in jüngster Zeit den Sprung in die absolute Weltklasse vollzogen. Der Flügelstürmer des FC Bayern München, der sich nach seiner beeindruckenden Zeit beim Crystal Palace für das französische Nationaltrikot entschied, bringt eine Mischung aus Tempo, technischer Finesse und Torgefahr mit, die in dieser Form schwer zu finden ist. Seine Fähigkeit, in engen Räumen Lösungen zu finden und dabei auch noch torgefährlich zu sein, macht ihn zu einem Schlüsselspieler dieser französischen Mannschaft.
Trainer Didier Deschamps hat in Olise offensichtlich den Schlüssel gefunden, um das Spiel der Équipe Tricolore variabler und unberechenbarer zu gestalten. Gemeinsam mit Mbappé bildet er ein Duo, das in der Geschichte des französischen Fußballs seinesgleichen sucht – oder zumindest in dieser Form bislang einzigartig ist.
Deutschland als möglicher erster Prüfstein
Besonders brisant für das deutsche Publikum: Bereits in der Runde der besten 16 könnte es zu einer direkten Begegnung zwischen Deutschland und Frankreich kommen. Die deutsche Mannschaft bestritt mit dem 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste nach Einschätzung der Sportschau gewissermaßen eine „Generalprobe für Frankreich“ – doch ob das Ergebnis auch im möglichen K.o.-Duell so positiv ausfällt, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Denn die Elfenbeinküste und Frankreich trennen beim aktuellen WM-Turnier Welten. Die Bleus verfügen neben Mbappé und Olise über ein Mittelfeld von internationalem Spitzenformat: Aurélien Tchouaméni als Anker vor der Abwehr, Eduardo Camavinga mit seiner Energie und Zweikampfstärke sowie ein Spielaufbau, der über William Saliba und eine solide Defensive abgesichert wird. Deutschland müsste auf einem Niveau performen, das deutlich über das gegen die Elfenbeinküste hinausgeht.
Frankreich: Favorit mit Substanz
Was Frankreich bei dieser WM von anderen Favoriten unterscheidet, ist die Kombination aus gesicherter individueller Klasse und funktionierender Mannschaftsstruktur. In der Vergangenheit scheiterten die Bleus trotz herausragender Einzelspieler mitunter an internen Unstimmigkeiten oder taktischen Unausgewogenheiten. Unter Deschamps scheint das Team nun zu einem eingespielten Kollektiv gereift zu sein, das die individuellen Stärken seiner Stars optimal nutzt.
Das erweiterte WM-Format mit 48 Mannschaften bringt zwar mehr Partien und damit potenziell mehr Verletzungsrisiko, doch Frankreichs Kadertiefe ist so groß, dass selbst Ausfälle kompensiert werden könnten. Für die Konkurrenz bedeutet das: Eine klare Schwachstelle ist kaum auszumachen.
Ob Mbappé und Olise am Ende tatsächlich den Weg zum WM-Titel ebnen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Doch schon jetzt ist klar: Wer Frankreich stoppen will, braucht mehr als nur einen guten Matchplan – er braucht eine nahezu perfekte Leistung über 90 Minuten. Und selbst das könnte nicht reichen.
Quelle: Sportschau
