WM 2026: Südafrika rettet späten Elfmeter-Punkt gegen Tschechien

Südafrika rettet sich per Elfmeter durch Mokoena (83.) zu einem 1:1 gegen Bundesliga-starkes Tschechien – und hält die WM-Hoffnungen am Leben.

M W

Dramatischer Ausgleich in Atlanta – Mokoena trifft per Elfmeter in der 83. Minute

Im zweiten Gruppenspiel der WM-Gruppe A kam es in Atlanta zum Duell zweier bereits angeschlagener Teams: Sowohl Südafrika als auch Tschechien hatten ihre Auftaktpartien verloren und standen unter enormem Druck. Am Ende trennten sich beide Mannschaften mit einem 1:1 – ein Ergebnis, das für beide Seiten die Hoffnung auf das Achtelfinale am Leben hält.

Tschechien mit Bundesliga-Power – und früher Führung

Tschechiens Trainer Miroslav Koubek setzte nach der Auftaktniederlage auf personelle Veränderungen und schickte gleich fünf neue Spieler von Beginn an auf den Rasen. Im Angriff bildeten Patrik Schick von Bayer Leverkusen und Adam Hlozek von der TSG Hoffenheim ein Sturmduo mit klarer Bundesliga-Handschrift – insgesamt standen vier Spieler aus der deutschen Bundesliga in Tschechiens Startelf.

Das zahlt sich schnell aus: Bereits in der 6. Minute brachte Hlozek den Ball von der rechten Seite flach in den Rücken der südafrikanischen Abwehr. Alexandr Sojka leitete gedankenschnell weiter zu Michal Sadílek, der aus kurzer Distanz wuchtig abschloss und Tschechien in Führung brachte. Für Südafrika war es das zweite frühe Gegentor in Folge bei dieser WM – diesmal sogar drei Minuten früher als noch im Auftaktspiel gegen Mexiko.

Südafrika mit Ballbesitz, aber ohne Biss

Der WM-Gastgeber von 2010 präsentierte sich in Atlanta spielerisch durchaus ansprechender als noch gegen Mexiko. Südafrika dominierte weite Strecken der Partie im Ballbesitz, tat sich jedoch sichtlich schwer, ernsthafte Gefahr vor dem tschechischen Tor zu entfalten. Den gefährlichsten Abschluss des ersten Durchgangs hatte Oswin Appollis in der 13. Minute, dessen Schuss aus über 20 Metern jedoch nicht gefährlich genug war. Kurz vor der Pause ließ Tschechiens Torwart Matej Kovár eine Flanke fallen, doch die Südafrikaner nutzten die Gelegenheit nicht.

Auch im zweiten Abschnitt blieb das Bild ähnlich: Südafrika spielte viel, kam aber selten in wirklich bedrohliche Zonen. Tschechien hingegen agierte effizient im Konterspiel. Vladimir Darida, einst für Hertha BSC aktiv, und abermals Sadílek vergaben in der 47. bzw. 59. Minute gute Möglichkeiten zur Vorentscheidung – beide Abschlüsse wurden in letzter Sekunde geblockt.

Elfmeter in der 83. Minute dreht die Stimmung

Die Wende kam in der 83. Minute: Ein Schuss von Thapelo Maseko traf den Arm von Pavel Sulc im Strafraum – Schiedsrichterin Tori Penso zeigte sofort auf den Punkt. Teboho Mokoena übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher zum 1:1-Ausgleich. Der Jubel der südafrikanischen Fans in der imposanten Hallenspielstätte von Atlanta war riesig.

Für Südafrika ist es ein wichtiger Punkt im Kampf um das Weiterkommen. Für Tschechien hingegen ist es eine verpasste Chance: Nach zwei Spielen ohne Sieg wird das dritte Gruppenspiel zur Pflichtaufgabe.

Historischer Moment: Erste Schiedsrichterin dieser WM

Abseits des sportlichen Geschehens schrieb die Partie auch ein Stück Fußballgeschichte. Mit der US-Amerikanerin Tori Penso leitete erstmals bei dieser Weltmeisterschaft eine Frau ein Spiel. Die 39-Jährige ist damit erst die zweite Frau überhaupt, die ein Spiel bei einer Männer-Weltmeisterschaft gepfiffen hat. Die Premiere gelang der Französin Stéphanie Frappart im Jahr 2022 in Katar beim Gruppenspiel zwischen Deutschland und Costa Rica. Penso bringt reichlich Erfahrung mit: Sie leitete unter anderem das jüngste WM-Finale der Frauen und war im vergangenen Jahr bei der Klub-WM bei einer Partie von Borussia Dortmund im Einsatz. Neben Penso steht mit der Mexikanerin Katia García eine weitere Schiedsrichterin im Aufgebot dieser WM.

Kulisse mit Lücken – 67.442 Zuschauer in Atlanta

Die Partie wurde vor 67.442 Zuschauern ausgetragen – das bei einer offiziellen Kapazität von 68.239 Plätzen in der überdachten Arena von Atlanta. Trotz der beeindruckenden Kulisse des Hallenstadions waren auf den Rängen sichtbare Lücken zu erkennen. Bereits das Auftaktspiel des Europameisters Spanien in derselben Spielstätte war nicht ausverkauft.

In der Gruppe A stehen damit alle vier Mannschaften vor entscheidenden letzten Gruppenspielen. Für Südafrika und Tschechien geht es mit jeweils einem Punkt darum, die Reißleine zu ziehen – oder die Heimreise anzutreten.

Quelle: Transfermarkt