WM-Aus für Schlotterbeck: Innenbandriss – kein Ersatz möglich

Nico Schlotterbeck (BVB) erleidet einen Innenbandriss und fällt für den Rest der WM 2026 aus. Ein Ersatz ist nicht möglich – die FIFA-Frist ist abgelaufen.

M W
WM-Aus für Schlotterbeck: Innenbandriss – kein Ersatz möglich
Foto: Pixabay

Diagnose bestätigt: Schlotterbeck muss die WM 2026 vorzeitig verlassen

Es ist die bitterste Nachricht für das DFB-Team bei der WM 2026 in Nordamerika: Nico Schlotterbeck scheidet verletzungsbedingt aus dem Turnier aus. Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund zog sich im zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste (2:1) in Toronto einen Innenbandriss im linken Sprunggelenk zu. Eine Untersuchung am darauffolgenden Sonntag bestätigte den Befund, wie der Deutsche Fußball-Bund offiziell mitteilte.

Der 26-Jährige hatte sich bereits in der 15. Minute im Rahmen eines Zweikampfes verletzt und musste kurz behandelt werden. Trotz der Schmerzen kämpfte sich Schlotterbeck bis zur Halbzeitpause durch, ehe Bundestrainer Julian Nagelsmann zur Pause reagierte und Antonio Rüdiger von Real Madrid für ihn einwechselte. Die Diagnose macht nun klar: Schlotterbeck wird nicht nur das restliche Turnier verpassen, sondern dürfte aufgrund einer mehrmonatigen Ausfallzeit auch dem BVB zu Beginn der neuen Saison fehlen.

Schon die zweite Hiobsbotschaft für Nagelsmann

Für Bundestrainer Julian Nagelsmann ist es bereits der zweite schwere personelle Rückschlag bei dieser Weltmeisterschaft. Zuvor hatte er bereits auf Lennart Karl (18) verzichten müssen, der ebenfalls verletzungsbedingt ausgeschieden war. Für den Youngster konnte Nagelsmann damals noch Assan Ouédraogo (20) nachnominieren – doch diese Möglichkeit besteht nun nicht mehr.

Die FIFA-Nachmeldefrist ist abgelaufen. Nach dem ersten Gruppenspiel ist es laut Regularien des Weltverbandes nur noch gestattet, verletzte Torhüter zu ersetzen. Für Feldspieler wie Schlotterbeck ist eine Nachnominierung ausgeschlossen. Nagelsmann muss mit dem verbleibenden Kader auskommen.

Rüdiger drängt in die Startelf – Anton und Thiaw als weitere Optionen

Durch den Ausfall des BVB-Abwehrspielers verschieben sich die Kräfteverhältnisse in der deutschen Innenverteidigung erheblich. Antonio Rüdiger (33), der zuletzt hinter Schlotterbeck und Kapitän Jonathan Tah nur die Rolle des Reservisten bekleidete, rückt nun wieder in den Fokus und gilt als klarer Kandidat für die Startelf im abschließenden Gruppenspiel. Neben dem erfahrenen Real-Madrid-Profi stehen auch Waldemar Anton (29), Schlotterbecks Vereinskollege beim BVB, sowie Malick Thiaw (24) von Newcastle United als Innenverteidiger im Aufgebot zur Verfügung.

Schlotterbecks Bedeutung für das Spiel der deutschen Mannschaft geht dabei über reine Defensivstärke hinaus. Als einziger ausgewiesener Linksfuß in der Abwehrzentrale war er ein wichtiger Baustein im Spielaufbau – eine Qualität, die seine Kollegen nur schwer eins zu eins ersetzen können.

Nagelsmann: „Es hätte seine WM werden können“

Bundestrainer Nagelsmann fand nach der Diagnose einfühlsame Worte für seinen verletzten Defensivspieler: „Schlotti wird uns auf dem Platz als herausragender Verteidiger sehr fehlen, vor allem auch sein exzellenter Spielaufbau. Es hätte seine WM werden können.“ Der Bundestrainer hob zudem den Charakter des 26-Jährigen hervor: „Wir haben gestern alle versucht, ihn aufzubauen – zum Glück ist er ein sehr positiver Typ, der schon wieder vorausblickt. Es ist ein schönes Zeichen, dass er zunächst hier im Mannschaftskreis bleibt, denn er hat auch neben dem Platz Einfluss.“

Trotz des herben Verlusts gibt sich Nagelsmann zuversichtlich: „Trotz seines Ausfalls sind wir in der Innenverteidigung mit Jonathan Tah, Antonio Rüdiger, Waldemar Anton und Malick Thiaw weiterhin sehr gut aufgestellt für die WM.“

Erneuter WM-Schicksalsschlag für Schlotterbeck

Für Nico Schlotterbeck persönlich ist die Verletzung ein besonders schmerzhafter Rückschlag. Es ist bereits seine zweite WM-Teilnahme – und zum zweiten Mal endet sie mit einer tiefen Enttäuschung. Beim Turnier 2022 in Katar schied die DFB-Elf bereits in der Gruppenphase aus. Hinzu kommt, dass der Innenverteidiger erst im vergangenen Jahr fünf Monate lang wegen eines Meniskusrisses im linken Knie pausieren musste und damals ebenfalls den Saisonstart seines Vereins verpasst hatte.

Deutschland bestreitet das abschließende Gruppenspiel am Donnerstag um 22 Uhr gegen Ecuador in East Rutherford – übertragen live in der ARD und bei MagentaTV. Mit einem Sieg kann die Mannschaft die Gruppenphase als Erster abschließen und weiter Kurs auf das WM-Finale nehmen.

Quelle: Transfermarkt