Hohe Preise bremsen den Hamburger SV aus
Der Hamburger SV kommt im laufenden Transfersommer nur schleppend voran. Verantwortlich dafür sind nach Aussage von Vorstand Eric Huwer die derzeit überzogenen Ablöseforderungen auf dem Markt. Der 42-Jährige, der sich momentan in den USA aufhält, machte jedoch deutlich, dass der Klub bei seinen Neuverpflichtungen keine Kompromisse beim Preis eingehen werde. „Die Sache ist die: Wir könnten frühzeitig Verlässlichkeit haben, dann allerdings zu dem einen oder anderen Mondpreis. Der neue HSV ist nicht bekannt dafür, Mondpreise zu zahlen“, betonte Huwer gegenüber dem Hamburger Abendblatt.
Costa telefoniert rund um die Uhr
Trotz der bislang überschaubaren Transferaktivitäten versicherte Huwer, dass Sportdirektor Claus Costa gemeinsam mit Chefscout Sebastian Dirscherl intensiv an Verstärkungen für die Rothosen arbeite. „Ich habe jeden Tag mit Claus telefoniert und kann jeden Fan beruhigen: Gemeinsam mit Sebastian Dirscherl telefoniert Claus zu Hause die Akkus reihenweise leer“, so Huwer. Die Botschaft an die Fans ist klar: Im Hintergrund läuft die Arbeit auf Hochtouren, auch wenn die Ergebnisse noch auf sich warten lassen.
Zudem richtete der HSV-Vorstand seinen Blick auf die laufende Fußball-Weltmeisterschaft, bei der sich nach seinen Angaben ebenfalls potenzielle Verstärkungen präsentieren. „Natürlich gibt es den einen oder anderen Spieler, den wir auf dem Radar haben. Wir schauen uns die Spiele ganz genau an“, erklärte Huwer.
Klares Versprechen: Konkurrenzfähige Elf bis Ende August
Huwer gab sich trotz aller Schwierigkeiten optimistisch und stellte den Anhängern des Zweitligisten ein konkretes Ziel in Aussicht: „Ich kann alle beruhigen: Bis Ende August werden wir eine Mannschaft ins Feld jagen, die in der Lage sein wird, drei Mannschaften hinter sich zu lassen.“ Damit bezieht sich der Vorstand auf den erklärten Aufstiegsambitionen des Klubs, der in der kommenden Saison wieder in die Bundesliga zurückkehren möchte. Gleichzeitig machte er klar, dass weitere Transfers zu den Vorstellungen des Vereins finalisiert werden – und nicht zu überhöhten Marktpreisen.
Nur zwei Zugänge, aber viele Abgänge
Die Bilanz des bisherigen Transfersommers fällt beim HSV ernüchternd aus. Mit der Festverpflichtung von Leihspieler Albert Grønbæk (25), der zuvor von Stade Rennes ausgeliehen war, sowie dem Kauf von Kofi Amoako (21) vom Zweitligakonkurrenten Dynamo Dresden wurden bislang lediglich zwei Spieler für insgesamt 6,5 Millionen Euro neu an den Volkspark geholt.
Demgegenüber stehen zahlreiche Abgänge: Robert Glatzel wechselte für 1,7 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg, Ransford Königsdörffer schloss sich ablösefrei dem FSV Mainz 05 an, und William Mikelbrencis verließ den Verein nach Vertragsende. Hinzu kommen die Rückkehrer der Leihspieler: Luka Vuskovic (Tottenham Hotspur), Giorgi Gocholeishvili (Shakhtar Donezk), Fábio Vieira (FC Arsenal), Philip Otele (FC Basel) und Damion Downs (Southampton) sind allesamt nicht mehr Teil des Kaders. Auch Noah Katterbach, der aussortiert wurde, steht kurz vor einem Wechsel zu Eintracht Braunschweig. Zudem soll Jean-Luc Dompé auf einen Abgang drängen.
Handlungsbedarf auf den Außenbahnen und in der Offensive
Angesichts dieser personellen Veränderungen ist der Handlungsbedarf offensichtlich. Besonders auf den Außenbahnen und in der Offensive klafft eine spürbare Lücke im Kader der Hamburger. Genau diese Bereiche stehen bei Sportdirektor Costa und Chefscout Dirscherl im Mittelpunkt der Kaderplanung für die Saison 2026/27.
Der HSV startet am 8. Juli in die Saisonvorbereitung. Bis dahin ist laut Huwer noch nicht mit weiteren Vollzugsmeldungen zu rechnen – die entscheidenden Wochen für den Transfersommer stehen dem Verein also noch bevor. Die Fans müssen sich vorerst in Geduld üben, können aber darauf vertrauen, dass hinter den Kulissen intensiv an der Zusammensetzung des Kaders gearbeitet wird.
Quelle: Transfermarkt
