WM 2026: Südafrika zieht historisch ins Sechzehntelfinale ein

Bafana Bafana schreibt Geschichte: Südafrika zieht bei der WM 2026 erstmals in die K.o.-Phase ein – Südkorea mit Son muss zittern.

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WM 2026: Südafrika zieht historisch ins Sechzehntelfinale ein
Foto: jarmoluk / Pixabay

Es ist die Geschichte, die der Fußball liebt: ein Außenseiter, der die Großen der Welt herausfordert – und gewinnt. Bei der FIFA Weltmeisterschaft 2026 haben die Bafana Bafana aus Südafrika genau dieses Märchen geschrieben. Mit einem überraschenden Sieg gegen den asiatischen Favoriten Südkorea zogen die Südafrikaner erstmals in der Geschichte ihrer Nationalmannschaft in die Runde der letzten 32 einer Weltmeisterschaft ein. Ein Moment, der in die Geschichtsbücher des afrikanischen Fußballs eingehen wird.

Der historische Sieg gegen Südkorea

Lange Zeit galt Südkorea als klarer Favorit in der Gruppe. Mit Superstar Heung-min Son, dem erfahrenen Tottenham-Kapitän und wohl bekanntesten Fußballer Asiens, im Kader erwarteten die meisten Beobachter eine souveräne Vorstellung der Koreaner. Doch die Bafana Bafana präsentierten sich von einer völlig anderen Seite: kompakt in der Defensive, gefährlich in den Umschaltsituationen und vor allem unerschrocken gegenüber dem namhaften Gegner. Der Sieg bedeutete nicht nur drei Punkte, sondern den Einzug in die K.o.-Phase – und damit ein Stück Fußballgeschichte für den gesamten afrikanischen Kontinent.

Südkorea hingegen steht nach der Niederlage vor einer ungewissen Zukunft. Son und seine Mannschaft müssen nun als möglicher bester Gruppendritter auf die Ergebnisse der anderen Gruppen hoffen, um doch noch in die nächste Runde einzuziehen. Eine demütigende Situation für eine Nation, die 2002 auf eigenem Boden noch das Halbfinale eines Weltmeisterschaft erreicht hatte.

Bafana Bafana: Von der WM-Gastgebernation zum ewigen Außenseiter

Die Geschichte Südafrikas bei Weltmeisterschaften ist geprägt von Höhen und tiefen Tälern. Als das Land 2010 die Weltmeisterschaft ausrichtete – als erste afrikanische Nation überhaupt – schied die eigene Mannschaft trotz des leidenschaftlichen Heimsupports bereits in der Gruppenphase aus. Seitdem qualifizierte sich Südafrika lange Zeit gar nicht erst für das größte Turnier der Welt. Die Qualifikation für die WM 2026 war bereits für sich genommen ein kleiner Triumph; der nun vollbrachte Einzug in die K.o.-Runde katapultiert diesen Erfolg in völlig neue Dimensionen.

Die Bafana Bafana, was in der Zulu-Sprache so viel bedeutet wie „die Jungs“, haben mit diesem Ergebnis bewiesen, dass der afrikanische Fußball auf dem Vormarsch ist. Zwar hatten Nationen wie Ghana, Senegal oder Marokko in der Vergangenheit bereits starke WM-Auftritte gezeigt – Marokko schaffte es bei der WM 2022 in Katar sogar ins Halbfinale –, doch für Südafrika selbst ist dieser Moment einzigartig und von historischer Tragweite.

Der neue WM-Modus als Türöffner für kleine Nationen

Der Einzug Südafrikas ist auch ein klares Statement für den neuen WM-Modus mit 48 Teilnehmern, den die FIFA ab 2026 eingeführt hat. Erstmals in der Geschichte der Weltmeisterschaft nehmen 48 Mannschaften teil, aufgeteilt in 16 Gruppen zu je drei Teams. Die besten zwei jeder Gruppe sowie acht der besten Gruppendrittplatzierten ziehen in die Runde der letzten 32 ein. Kritiker hatten dieses Format im Vorfeld als Verwässerung des Turniers bezeichnet, doch das Beispiel Südafrika zeigt eindrucksvoll, welch dramatische und emotionale Momente dieser erweiterte Modus ermöglicht.

Denn nicht nur Südafrika profitiert vom neuen Format. Auch Nationen wie Bosnien-Herzegowina oder Kap Verde haben bei dieser WM die große Bühne betreten, die ihnen unter dem alten 32-Teams-Modell vielleicht verwehrt geblieben wäre. Der Wettbewerb wird demokratischer, die Überraschungen häufen sich – und am Ende sind es genau solche Geschichten, die den Fußball für Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt so faszinierend machen.

Weltweite Begeisterung und afrikanischer Stolz

Der Triumph der Bafana Bafana hat weltweit für Begeisterung gesorgt. In den sozialen Netzwerken überschlugen sich die Kommentare, neutrale Fußballfans aus aller Welt feuerten die Südafrikaner an und feierten ihren historischen Erfolg. In Südafrika selbst brachen Szenen kollektiver Freude aus – in den Städten Johannesburg, Kapstadt und Pretoria verfolgten tausende Menschen das Spiel auf öffentlichen Plätzen und feierten anschließend ausgelassen auf den Straßen.

Für Afrikas Fußballverband CAF ist das Abschneiden Südafrikas ein weiteres Zeichen, dass der Kontinent bei Weltmeisterschaften längst kein Zuschauer mehr ist. Nach Marokkos Sensationshalbfinale 2022 und dem nun vollbrachten Kunststück der Bafana Bafana wächst das Selbstbewusstsein des afrikanischen Fußballs von Turnier zu Turnier.

Was kommt als Nächstes?

Im Sechzehntelfinale wartet auf Südafrika nun ein weitaus schwereres Los – doch nach dem, was die Mannschaft in der Gruppenphase gezeigt hat, dürfte niemand die Bafana Bafana mehr leichtfertig abschreiben. Das Team hat bewiesen, dass es taktisch gut organisiert und mental außergewöhnlich stark ist. Für Trainer und Spieler gleichermaßen gilt: Dieser WM-Auftritt ist bereits jetzt unvergesslich, egal was in der K.o.-Runde folgt. Südafrika hat Geschichte geschrieben – und der Fußball hat wieder einmal gezeigt, warum er der schönste Sport der Welt ist.

Quelle: Sportschau