Transfer-Poker: Liverpool lehnt Inters zweites Jones-Angebot ab

Liverpool lehnt Inters zweites Angebot für Curtis Jones (25) ab. Während Inter 25 Mio. bot, fordern die Reds 40 Mio. – trotz drohendem Ablauf des Vertrags 2027.

M W
Transfer-Poker: Liverpool lehnt Inters zweites Jones-Angebot ab
Foto: dimitrisvetsikas1969 / Pixabay

Die Verhandlungen zwischen Inter Mailand und dem FC Liverpool um Mittelfeldspieler Curtis Jones gestalten sich zunehmend schwierig. Wie der renommierte Sportjournalismus-Dienst „The Athletic“ berichtet, haben die Reds bereits das zweite Angebot der Nerazzurri für den 25-jährigen Engländer zurückgewiesen. Zwischen beiden Klubs klafft eine Lücke von 15 Millionen Euro – und keine Seite scheint bereit, nennenswert nachzugeben.

Leihe, 25 Millionen – alles abgelehnt

Der Poker um Jones begann bereits früh in diesem Transfersommer. Inters erstes Angebot, das einer Leihe mit Kaufoption entsprach, fand bei Liverpool nicht einmal ansatzweise Gehör und wurde umgehend abgewiesen. Der amtierende italienische Meister legte daraufhin nach und unterbreitete ein konkretes Kaufangebot über 25 Millionen Euro – doch auch dieses scheiterte am Widerstand der Merseysider. Liverpool besteht laut Bericht auf einer Ablösesumme von 40 Millionen Euro und zeigt keinerlei Bereitschaft, von dieser Forderung abzurücken.

Bemerkenswert ist dabei die kompromisslose Haltung des englischen Traditionsvereins: Laut „The Athletic“ sind die Reds sogar bereit, Jones im Sommer 2027 ablösefrei ziehen zu lassen, anstatt ihn unter ihren Preisvorstellungen zu verkaufen. Eine ungewöhnliche Position – schließlich läuft der Vertrag des gebürtigen Liverpoolers nach der kommenden Saison aus. Der aktuelle Transfersommer ist damit eigentlich die letzte realistische Chance für Liverpool, eine substanzielle Ablöse zu erzielen. Der auf Transfermarkt ausgewiesene Marktwert von Jones liegt bei 35 Millionen Euro – also näher an der Liverpooler Forderung als an Inters Angebot.

Vertragsgespräche ins Stocken geraten

Parallel zu den Transferverhandlungen stocken auch die Gespräche über eine Vertragsverlängerung in Liverpool. Obwohl die Reds prinzipiell bereit sind, Jones ein neues Angebot vorzulegen, sind konkrete Fortschritte bislang ausgeblieben. Der Spieler selbst scheint sich noch nicht auf eine Richtung festgelegt zu haben – weder auf eine Verlängerung noch auf einen Abgang.

Jones ist seit 2020 fester Bestandteil des Liverpooler Profikaders und hat in dieser Zeit insgesamt 228 Pflichtspiele für die Reds absolviert. Auch in der abgelaufenen Saison war er ein verlässlicher Teil des Kaders: In 49 Partien stand er 28 Mal in der Startelf und steuerte drei Tore sowie drei Vorlagen bei. Als englischer Nationalspieler – bislang sechs Länderspiele – bringt er zudem internationales Renommee mit.

Harte Konkurrenz – bei Liverpool wie bei Inter

Trotz seiner soliden Statistiken ist Jones bei Liverpool kein unumstrittener Stammspieler. Im zentralen Mittelfeld der Reds tummeln sich Hochkaräter wie Ryan Gravenberch, Alexis Mac Allister, Florian Wirtz und Dominik Szoboszlai – allesamt vor Jones in der Hierarchie eingeplant. Die Perspektive auf mehr Spielzeit dürfte ein wesentlicher Faktor in Jones‘ Überlegungen sein.

Doch auch bei Inter Mailand wäre der Sprung in die Stammelf alles andere als garantiert. Im zentralen Mittelfeld des Champions-League-Siegers von 2010 konkurrieren Namen wie Niccolò Barella, Petar Sučić, Henrikh Mkhitaryan, Piotr Zieliński und Andy Diouf. Hinzu kommt der jüngst für 23 Millionen Euro von Club Brügge verpflichtete Aleksandar Stanković – ein weiterer Anwärter auf einen Mittelfeldplatz. Jones wäre bei den Nerazzurri historisch immerhin erst der vierte englische Spieler überhaupt.

Wie geht es weiter?

Ob Inter Mailand bereit ist, sein Angebot erneut anzuheben und die Liverpooler Preisvorstellung zu erfüllen, bleibt offen. Der Verhandlungsstand deutet darauf hin, dass sich die Parteien noch einige Zeit im Transferpoker belauern werden. Für Liverpool stellt sich dabei die grundsätzliche Frage, ob die harte Linie langfristig klug ist: Ein ablösefreier Abgang im Sommer 2027 würde bedeuten, dass man für einen Spieler, der seit Jahren zum Kader gehört, am Ende keine einzige Transfermünte sieht. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob eine der Seiten einlenkt – oder ob Curtis Jones seinen Vertrag schlicht auslaufen lässt.

Quelle: Transfermarkt